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Informationen zum Kurs Q101888 Besuch in der Gedenkstätte Ahlem

Status Kurs abgeschlossen
Kursnummer Q101888
Kurstitel Besuch in der Gedenkstätte Ahlem
Info Eine gemeinsame Veranstaltung mit VHS Langenhagen und VHS Calenberger Land in Kooperation mit der Gedenkstätte in Ahlem

Besuch mit Gespräch in der Gedenkstätte Ahlem

1893 gründete der jüdische Bankier Moritz Simon in Ahlem eine Ausbildungsstätte
für jüdische Kinder und Jugendliche. Den Ausbildungsschwerpunkt bildete der
Gartenbau, so dass aus der „Israelitischen Erziehungsanstalt“ schließlich die
„Israelitische Gartenbauschule“ hervorging. Moritz Simon beabsichtigte, jüdischen
Kindern und Jugendlichen eine Berufsausbildung zu ermöglichen, die den Juden
über Jahrhunderte hinweg auf Grund diskriminierender Gesetzgebung verboten war.
Seiner Auffassung nach sollten Juden in anerkannten Berufen tätig sein, um
antisemitischen Vorurteilen entgegenwirken. Er wollte zeigen, dass Juden, wie alle
anderen auch, körperlich anstrengende und schmutzige Arbeit verrichten – wenn sie
es denn dürfen!
Nach 1933 förderte die Israelitische Gartenbauschule mit Billigung der Nazis die
Auswanderung der deutschen Juden – bis zum Verbot der Auswanderung im
Oktober 1941. Nach diesem Verbot hatte die Gartenbauschule keinen Nutzen mehr
für die Nazis, sodass sie im Juni 1942 geschlossen wurde. Aus dem Projekt des
Aufbruchs und der Emanzipation wurde ein Ort der Verfolgung.
Die Gartenbauschule in Ahlem war - viele HannoveranerInnen wissen das nicht -
der zentrale Ausgangspunkt für die Deportation der Juden aus dem
Zuständigkeitsbereich der Gestapo Hannover. Sieben der insgesamt acht
Deportationen, die in Hannover stattgefunden haben, hatten hier ihren
Ausgangspunkt. Vom Gelände der Schule sind 2.173 Juden deportiert worden, von
denen nur 144 überlebten.
Im Oktober 1943 wurde die Gestapo-Zentrale in Hannovers Innenstadt ausgebombt.
Daraufhin zogen einige Abteilungen der Gestapo in das Direktorenhaus der
Gartenbauschule. Die Gestapo nutzte die Kellerräume, um Zwangsarbeiter und
politisch unerwünschte Personen zu inhaftieren und zu foltern.
Unmittelbar vor Kriegsende eskalierte die Situation in Ahlem, als die Gestapo im März
1945 mindestens 59 Personen in der ehemaligen Laubhütte der Gartenbauschule
hinrichtete und das Gebäude im April samt beweisträchtiger Akten vor den
anrückenden Alliierten niederbrannte. Zuvor ermordete die Gestapo 154
Zwangsarbeiter auf dem Seelhorster Friedhof.
Der Ort der früheren Gartenbauschule ist für immer mit insgesamt 2.866 bekannten
Todesopfern verbunden.
Dozent(en) Thomas Lippert
Veranstaltungsort Allgemein, auswärtig, 1
Termin So. 29.09.2019
Uhrzeit 14:00 - 17:00
Dauer 1 Nachmittag / 4 UE
Kosten 0,00 €€€

Kurs ist abgelaufen

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